Liebenswerte Saarländer

Saarlänner, déi ee gär muss hunn

Enttäuscht hat mich der mit vielen Klischees gespickte Beitrag von Oliver Georgi, dem Namensvetter des früheren saarländischen Wirtschaftsministers Hanspeter Georgi, mit einem Artikel zum Saarland:

Ein Land, so groß wie ein Ölteppich” (29. Mai).

Für mich ist der Text so seicht wie das Wattenmeer an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste bei Ebbe.

Das Saarland verdient mehr als Sätze wie „Ins Saarland muss man wollen, zufällig, auf der Durchreise, kommt man nicht hin” oder:
Das nimmt man nur auf sich, wenn es unbedingt sein muss”.

Das Saarland und viele seiner Menschen sind äußerst liebenswert und aus der einzigartigen europäischen grenzübergreifenden Großregion Saarland-Lothringen-Luxemburg-Rheinland-Pfalz-Wallonien nicht wegzudenken, auch wenn die große Politik leider viel zu wenig damit anfängt.

Die Großregion/Grande Région rund um Luxemburg und Saarbrücken

Hier wurde und wird europäische Geschichte geschrieben, auch wenn man das in Frankfurt ein bisschen anders sieht.
Europa beginnt im Kleinen, und da können sowohl die Saarländer als auch die Luxemburger ein gewichtiges Stück mitreden.

Hier, als persönliche Hommage ans Saarland, ein kleiner Text, den ich für das einzigartige Buch „Im Reich der Mitte²” verfasst habe:

Warum ich das Saarland mag:
Weil der Satz „Hätt ich e Garaasch…” so schön klingt. (Für alle Nicht-Insider: Das sagt ein echter Saarländer wenn er morgens die Frontscheibe seines Autos vom Eis befreien muss.)
Weil das Saarland einige meiner Landsleute – „Wohlstandsflüchtlinge” mal umgekehrt – aufnimmt, hauptsächlich im Raum Perl-Nennig.
Weil es dort so total anders ist wie in Luxemburg… und gleichzeitig so ähnlich!

Claude Gengler,
Luxemburger, SaarLorLuxer, langjähriger Mitstreiter in Sachen „Großregion”.

Leserbrief in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FASZ) vom 5. Juni 2022, mit ein paar zusätzlichen Zeilen…