Saarbrücker Botschaft

Eva Mendgen, „Mémoire architecturale au miroir de la France et de l’Allemagne. L’ancienne ambassade de France en Sarre 1945 – 1955 / 2018 », In Situ (En ligne), 38/2019, mis en ligne le 15 février 2019

https://journals.openedition.org/insitu/20250

Die in diesem Artikel vertretene These rückt das Bauprojekt einer französischen Botschaft im Saarland in den Mittelpunkt eines kulturpolitischen Leitbildes. Dieses wurde nach 1945 eigens für die deutsch-französischen Grenzgebiete entwickelt. Raumplanung, Städtebau und Architektur spielen bei der positiven Neuverortung dieser Region als Vermittlerin zwischen den Nachbarn eine besondere Rolle.

Das Botschaftsprojekt wurde zwischen Paris und Saarbrücken 1950 geplant und bis 1955 in Saarbrücken errichtet und ausgestattet. Drei bekannte Architekten zeichneten für die Baupläne verantwortlich, der Franzose Georges-Henri Pingusson und die Saarländer Hans Bert Baur und Bernhard Schultheis.
Lage und Funktion des Gebäudes machen es zum  Teil einer Utopie gebliebenen, neuen Stadtmitte von Saarbrücken, das 1955 zur zentralen Hauptstadt der Montanunion ausgebaut werden sollte, wäre da nicht die Volksabstimmung vom 23. Oktober 1955 gewesen.

Aus der Perspektive der heutigen Großregion Saarland-Lothringen-Luxemburg-Rheinland-Pfalz-Wallonien / Région Grand Est gewinnt dieses leider weitgehend unbekannt gebliebene Projekt erneut an Bedeutung. Dabei bietet es zahlreiche Anknüpfungspunkte vor allem auch ideeller Art.
2018 rückte die europäische UNESCO-Kommission das kulturelle Erbe in den Fokus ihres Themenjahres, verbunden mit dem Aufruf zur Zusammenarbeit der Nachbarn in den Grenzregionen.
Von hier aus gesehen erscheint das heute verwaiste, als Botschaft geplante, Gebäude in einem anderen, positiven Licht, nämlich als emblematischer Zeuge des europäischen Neubeginns und nicht als Überbleibsel des Scheiterns eines französisch-saarländischen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen „Experiments“.

Dieser Artikel ist im Februar 2019 auf IN SITU, Revue des Patrimoines, als Beitrag zum aktuellen Themenheft Architecture et patrimoine des frontières erschienen. Für die Redaktion zeichnen Hervé Doucet und Marie Pottecher. Sylvie Grimm-Hamen (Université de Lorraine, Nancy) hat diesen Text mit mir im Sinne einer kulturellen Übertragung weitergeschrieben. Die Fotografien wurden uns von Kai Loges und Andreas Langen (die arge lola) und regiofactum, Kulturnetzwerk der Großregion, dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt.

Au centre de l’Europe. Im Reich der Mitte. Update 2.1

Projektaufruf

Das Zusammenwachsen der Großregion / Grande Région Saarland-Lorraine-Luxemb(o)urg-Rheinland­-Pfalz-Wallonie(n), erweitert um die französische Region Grand Est, neue Forschungsergebnisse (LINK) und aktuelle politische Konstellationen verlangen nach einem „Weiterschreiben“ der Bücher „Im Reich der Mitte – Berceau de la civilisation européenne moderne / Savoir-faire, Savoir-vivre“ (2007) und  „Au Centre De L’Europe – Im Reich der Mitte² / Des liens et des lieux, Kulturgemeinschaft Großregion“ (2013).  Regiofactum plant eine weitere Veröffentlichung.

Kontakt: b72e27a356e9c50b271bc8bff81cad59

Portalprojekt "Cultures transfrontalières. Räume der Grenze"

Räume der Grenze-Cultures Transfrontalières ist der Prototyp eines zweisprachigen deutsch-französischen Wissenschaftsportals und das Ergebnis eines interdisziplinären Forschungsprojektes. Dieses wurde vom Centre d’Etudes Germaniques Interculturelles de Lorraine, einem Forschungslabor der Université de Lorraine (Nancy, Metz),  in Partnerschaft mit dem Kulturnetzwerk der Großregion regiofactum initiiert und umgesetzt.

Ausgangs- und Bezugspunkt ist die europäische Großregion Saarland-Lothringen-Luxemburg-Rheinland-Pfalz-Wallonien.